Die Stadt Hildburghausen mit den Ortsteilen Häselrieth, Wallrabs und Birkenfeld sowie seit 1994 mit den Ortschaften Bürden, Ebenhards, Gerhardtsgereuth einschließlich OT Neuendambach, Leimrieth, Pfersdorf und Weitersroda einschließlich OT Friedrichsanfang umfasst eine Gemeindefläche von 7.292 ha mit einem Bevölkerungsstand am 31.12.2006 von 12.296 EW.
Im Landesentwicklungsprogramm ist die Stadt Hildburghausen als zentraler Ort höherer Stufe - Mittelzentrum - ausgewiesen und soll zum mittelzentralen Versorgungszentrum im Mittelbereich entwickelt werden.
Der Verflechtungsbereich für das Mittelzentrum Hildburghausen ist der Landkreis Hildburghausen.
Bereits im Jahr 1991 hatte die Stadt Hildburghausen den Aufstellungsbeschluss für den Flächennutzungsplan gefasst.
Die Flächennutzungsplanung hat die Entwicklung der Stadt in den Folgejahren begleitet. Umfangreiche Abstimmungen mit den Trägern öffentlicher Belange sowie eine breite und intensive öffentliche Diskussion haben dazu beigetragen, dass der Entwurf des Flächennutzungsplanes durch den Stadtrat abschließend beschlossen werden konnte und nunmehr dem Landesverwaltungsamt zur Prüfung und Genehmigung vorliegt.
Im Flächennutzungsplan der Stadt Hildburghausen sind 553 ha Bauflächen dargestellt. Sie gliedern sich in
171,5 ha Wohnbauflächen
171,5 ha gemischte Bauflächen
132,0 ha gewerbliche Bauflächen
62,8 ha Sonderbauflächen.
Hinzu kommen 15,2 ha Gemeinbedarfsflächen, 209 ha Grünflächen, 3533 ha Wald, 1816 ha Landwirtschaft und 780 ha Wiesen mit extensiver Nutzung sowie sonstige Flächen (Verkehr, Wasserflächen u. a.).
Im Flächennutzungsplan sind ausreichend Entwicklungsflächen für die Bereiche Arbeiten und Wohnen, die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung der Stadt und des Verflechtungsbereiches dargestellt.
Die natürlichen Lebensgrundlagen werden geschützt und weiterentwickelt.
Das im Flächennutzungsplan dargestellte städtebauliche Ordnungs- und Entwicklungskonzept sichert eine hohe Lebens- und Umweltqualität der Stadt und ihrer Ortsteile.
Bauflächenerweiterungen zur Erreichung des Entwicklungszieles "Mittelzentrum" sind auf das zentrale Stadtgebiet konzentriert. Dabei wurden die spezifischen Landschaftsstrukturen und allgemeinen Grundlagen (wie Topographie, Klima, Landschaftsschutz etc.) beachtet.
Der Ost-West-Grünzug der Werraaue und die Nord-Süd-Grünzüge Bernhardsbach, Römersbach, Kleinodsfeld, Stadtberg sind Hauptbelüftungsachsen für die Stadt und schaffen ein durchgängiges Grünsystem.
Die gewerblichen Bauflächen, die Sonderbauflächen, die Wohnbauflächen und die gemischten Bauflächen sind so bemessen und zugeordnet, dass gesunde Lebensbedingungen und eine dem Wohl der Allgemeinheit entsprechende sozialgerechte Bodennutzung gewährleistet werden. Dem Schutz und der Entwicklung der natürlichen Ressourcen wird Rechnung getragen durch vorsorgenden Umweltschutz.
Mit der Bauflächenerweiterung erfolgt eine Abrundung der Stadt, bandförmige Strukturen werden vermieden.
Für die räumlich getrennten Ortsteile der Stadt Hildburghausen sind extensive Bauflächen auf die Eigenentwicklung der Ortsteile begrenzt. Sie dienen der Befriedigung des Eigenbedarfs der Bewohner, Siedlung und Landschaftsraum sollen erhalten und harmonisch abgerundet werden. Die Ortsteile Pfersdorf und Leimrieth liegen im Vorranggebiet zum Schutz des Bodens als landwirtschaftliches Produktionsmittel, für die Ortsteile Weitersroda, Bürden, Gerhardtsgereuth und z. T. Ebenhards mit Bezug zum Hildburghäuser Wald sind Ergänzungsaufgaben im Fremdenverkehr und der Naherholung zugeordnet.
Parallel zur Aufstellung des Flächennutzungsplanes hat die Stadt Hildburghausen Bebauungspläne als Satzungen für den "Gewerbepark Nord-Ost" in 4 Bauabschnitten und das Wohngebiet "Waldstadt" sowie mehrere Vorhaben- und Erschließungspläne für Wohnungsbaustandorte beschlossen.
Der Flächennutzungsplan gewährleistet eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung und konsequente Verfolgung des regionalplanerischen Ziels - Mittelzentrum.
Kurzgeschichte
Die Kreisstadt Hildburghausen
(Text aus dem Thüringer Staatsanzeiger Nr. 12/1994 v. 28. März 1994)
Der Ort wird 1234 als Hilteburghusin erstmals erwähnt. Im 14. Jh. wurde Hildburghausen planmäßig angelegt und erhielt im Jahr 1324 die Stadtrechte.
Mitte des 16. Jh. war die Stadtmauer vollständig vorhanden und um 1700 mit 26 Türmen bewehrt.
Ost-, Nord- u. Westseite waren durch Gräben geschützt, auf dem davor liegenden Wall verläuft die heutige Allee.
Im Flächennutzungsplan ist die Stadtgrabenzone als Grünfläche dargestellt. Tore und Mauern wurden in der 1. Hälfte des 19. Jh. teilweise niedergelegt bzw. überbaut.
Von 1680 bis 1826 war Hildburghausen Residenzstadt. Das Residenzschloss, 1705 vollendet, wurde am 7. April 1945 während des Beschusses durch amerikanische Truppen fast völlig zerstört. Durch den Bau des Schlosses und die Anlage eines französischen Lustgartens mit Kanälen und Brücken änderte sich das mittelalterliche Stadtbild. Noch heute wird das Stadtbild von den Bauten der Hofzeit geprägt.
Seit dem Jahr 1710 wurde die Stadt im Norden planmäßig erweitert durch das Anlegen der französischen Hugenottenkolonie.
Den Mittelpunkt der Stadt bildet der Marktplatz mit dem stattlichen Renaissance-Rathaus in Verbindung mit der Oberen und Unteren Marktstraße.
Die historische Altstadt steht unter Denkmalschutz (Innenstadtensemble u. Hugenottenviertel). Zur Erhaltung der historischen und städtebaulichen Werte der ehemaligen Residenzstadt Hildburghausen wurde im Jahr 1996 durch den Stadtrat eine Sanierungssatzung beschlossen.
weitere infos: Amt 60 (Bauamt)