„Der Herr Hofmaler“ – Carl August Keßler (1788-1862)

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Bildunterschrift: Selbstbildnis

Sonderausstellung "Der Herr Hofmaler" - Carl August Keßler (1788-1862) im Stadtmuseum Hildburghausen

Unter dem Titel "Der Herr Hofmaler" öffnete im Stadtmuseum Hildburghausen am 18. November 2012, eine Sonderausstellung, welche dem umfangreichen Schaffen des Hildburghäuser Malers und Zeichners Carl August Keßler (1788-1862) gewidmet ist. Keßler, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt, wurde am 27. Januar 1788 in Hildburghausen als ältester Sohn des Hoftünchermeisters Johann Adam Keßler und seiner Gemahlin Johanna Elisabetha geb. Kambach geboren. Beide Elternteile entstammten alten Tüncherfamilien aus Heßberg. Aufgewachsen und wohnhaft war Keßler zeitlebens in dem kleinen Wohnhaus der Familie in der Knappengasse 12, wo auch heute noch eine Gedenktafel an diesen bedeutenden Künstler erinnert. Nach dem Besuch der Hildburghäuser Bürgerschule erhielt der junge Carl August Keßler von 1807 bis 1809 seine erste künstlerische Ausbildung an der Herzoglichen Zeichenschule in Weimar bei dem berühmten Professor Johann Heinrich Meyer. Unterstützt durch ein herzogliches Stipendium besuchte er dann von 1810 bis 1813 die Kunstakademie in München. Die Reise nach München trat er übrigens 1810 im Gefolge der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen an, welche ihrer Vermählung in die bayrische Landeshauptstadt entgegen fuhr. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung wurde der junge talentierte Keßler sofort in Hildburghausen als herzoglicher Hofmaler angestellt und übernahm den Zeichenunterricht am 1812 begründeten Gymnasium. Zeitlebens war er auch eng mit dem Gymnasialdirektor Dr. Friedrich Sickler (1773-1836) befreundet, und zeichnete die von diesem entdeckten Spuren urweltlicher Tiere (Chirotherium). Als Hofmaler erteilte er den herzoglichen Prinzen und Prinzessinnen Zeichenunterricht und führte Porträts und andere künstlerische Aufgaben im Schloss aus. Um sein Können noch weiter zu vervollkommnen, ließ sich Keßler ab 1819 beurlauben und reiste - meist zu Fuß - nach Italien, wo er vor allem die Städte Rom, Neapel und Florenz besuchte. Beladen mit vielen Zeichnungen und Skizzen kehrte er im Frühjahr 1821 wieder in seine Heimat zurück und arbeitete bis 1826 wieder als Hofmaler und Zeichenlehrer. Beim Wegzug des herzoglichen Hofes im Jahre 1826 entschloss sich Carl August Keßler auf Grund seiner engen Verwurzelung in seiner Heimatstadt Hildburghausen zu bleiben. Er übernahm jetzt den Zeichenunterricht an sämtlichen höheren Schulen der Stadt. So wurden bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1860 unzählige Schüler des Gymnasiums, des Lehrerseminars, des Nonneschen Instituts und der Gewerbeschule durch den Künstler geschult. In dieser Zeit entstanden auch unzählige Porträts und Skizzen von Hildburghäuser Bürgern und Originalen, von welchen eine große Anzahl in der Ausstellung zu sehen sind. Am 9. April 1862 verstarb Carl August Keßler im Alter von 74 Jahren in Hildburghausen. Das Stadtmuseum Hildburghausen besitzt schon seit vielen Jahren eine große Anzahl von Skizzen und Gemälden des Künstlers, die bereits in Ausstellungen in den Jahren 1952 und 1988 präsentiert wurden. In dieser Ausstellung sind auch Gemälde aus dem Besitz von Nachkommen Keßlers sowie aus der Klassikstiftung Weimar zu bewundern.

Die Ausstellung ist im Stadtmuseum Hildburghausen, Apothekergasse 11, wegen des großen Besucherzuspruchs noch bis zum 24. Februar 2013 zu sehen.
Dienstag, 21.05.2013, 12:19 geändert 16.05.2013